Um 9 Uhr früh sind wir mit dem Minivan abgeholt worden und erstmal eine Stunde zum Bootsanlegeplatz gefahren, dann noch eine Stunde mit dem Boot zu unserer Reihenhaussiedlung auf dem See. Hab ich mich letztes Mal über die Spalten zwischen den Brettern ausgelassen? Hier besteht der Boden aus Ästen über die Bambus"matten" gelegt wurden. Alles sehr luftig, alles sehr schwankend und knacksend, aber man gewöhnt sich sehr bald dran. Ganz wichtig ist, alles festzuhalten, was man in der Hand hat.
Nach einer kurzen Pause und einem Schwumm im äußerst warmen See ging es auch schon los mit der ersten Wanderung. Mit mir waren zwei Pärchen, eines aus Deutschland (Thomas und Scarlett), eines aus Frankreich (Guillaume und Ni), zusammen mit Adam unserem Guide waren wir also zu 6t unterwegs.
Der Weg führte 2 Stunden lang durch den Dschungel, immer wieder unterbrochen von Adams Stops, bei denen er plötzlich stehenblieb, einen Satz in den Wald machte und meistens mit einem Getier wieder herauskam. Wir haben nicht herausgefunden, wie er z.B. Chamäleons von so weit weg sehen konnte. Guillaume sagte dazu: "He doesn´t see it, he smells it!" 
Auf dem Weg haben wir also Chamäleons, Flugsaurier (?), Spinnen, Nashornvögel usw gesehen, bis wir am Höhleneingang angekommen waren.
Schon am Weg hierher sind wir durch kleinere Flüsschen gewatet, wo ich bemerkt habe, dass meine Trekkingschuhe tatsächlich wasserdicht sind, allerdings eben nicht von dort, wo die Füße reinkommen. Ich hatte also bald mal meine eigenen kleine Teiche mit. Aber was jetzt kam, hat er uns vorher nur angedeutet.
In der Höhle konnte ich die spannendsten Passagen leider nicht fotografieren, weil wir bis zum Bauch, bis zum Hals oder überhaupt schwimmend im Wasser durch mussten. Adam hatte unsere Sachen in der Zeit in seinem Ocean-Pack, ein wasserdichter Seesack. Wir waren auch alle eigentlich nur mit einem Plastiksackerl unterwegs, in dem Wasser und Fotoapparat waren. Also keine Rucksackschlepperei.
Ein Stück war so eng, dass ich gerade durchgepasst habe und vor mir ging es ca. 1 1/2 m glitschig hinunter... da rattert man zwar schnell sämtliche Ausreden im Kopf durch, aber im Grunde nützt es nichts, irgendwo anhalten, runter und dann gleich weiterschwimmen. Natürlich war es stockfinster und wir mit Stirnlampe unterwegs. Man sieht damit nicht, wo man hinspringt, sondern vertraut ganz auf Adam... Heiß war mir jedenfalls schon lange nicht mehr und von einer Kletterpartie zur nächsten hat es mir mehr gefallen. Ich habe mich nur gewundert, dass ich durchgehalten habe! Übrigens ein Wort zum Schuhwerk. Außer mir sind alle mit Flip Flops unterwegs gewesen, die sich früher oder später mehr oder weniger aufgelöst haben. Ni hat es mit ihren Lederriemchensandalen besonders arg getroffen, sie durfte dann mit Adams Flip Flops, die ihr gute 4 Nummern zu groß waren, den Rückweg antreten... er ging barfuß zurück.

Nach insgesamt 4 Stunden waren wir wieder bei den Hütten, wo es eine kleine Stärkung mit Ananas und Wassermelone gab und dann rein ins Kanu und paddeln. Ich saß mit Adam im Boot. Der Steuermann unseres Longtailbootes (siehe Bild hinter mir im Kanu) ist auch mitgefahren und wollte sich immer wieder Wettrennen mit Adam liefern... fast beschämenderweise muss ich sagen, dass wir ihn nicht immer abhängen konnten.... aber er ist ja auch nicht mitgewandert!
Als wir zurückgekommen sind, war es bereits dunkel und wir konnten uns endlich trockenlegen und etwas essen. Anschließend noch eine kleine Nachsafari per Boot, danach hat uns aber nichts mehr halten können, ins Bett und endlich schlafen!
Am nächsten Morgen ging es um 7 Uhr schon wieder los zur Morgenbootsfahrt mit einem kurzen Ausstieg in den Dschungel, wo wir noch mehr Affen und Nashornvögel gesehen haben.
Nach dem Frühstück konnten wir noch kurz verschnaufen und dann mussten wir unsere Hütten auch schon wieder verlassen. Ein Stück weiter mit dem Boot und dann kam der Aufstieg. Es war bereits fast Mittag und wir durch den Wald teilweise steil bergauf, teilweise kletternd.... ich hätte fast einen Mord begangen. Adam hat unterwegs erzählt, dass die Zikaden als Babies in der Erde leben, um sich dann zu verpuppen "to change their body". Das hätte ich auch gerne getan und zwar hätte ich gerne kurz den Body von Reinhold Messner gehabt. Ich war nur zu kraftlos, um mir ein Loch zum Verpuppen zu graben.
Die ganze Anstrengung hatte übrigens den Sinn, zum "Viewpoint" zu kommen. Den sieht man auf dem folgenden Bild... ein Loch im Blättervorghang. Wir waren irgendwie ein bisschen ratlos....
Aber OK, von nun an ging´s bergab und ich war wieder bei Puste. Es wurde noch schwüler und kaum waren auf der anderen Seite des Hügels, wo unser Boot inzwischen hingefahren ist, fing es an zu regnen. Und zwar sehr, mit Blitz und Donner. Das Scheppern der losen Wellblechteile des Daches war auch nicht so beruhigend, aber die Sache mit dem Buddhismus scheint zu funktionieren. Bei Scarlett nicht so, die hat immer mehr alle möglichen Umstände dafür verantwortlich gemacht, dass es jetzt regnet. Wir haben zwei Stunden hier gewartet, aber es wurde nicht besser. So wurde beschlossen, es zu riskieren und zurückzufahren. Auf dem Boot konnten wir sowieso nicht nasser werden als wir ohnehin schon waren.
Wir haben überlebt! So fühlt es sich jedenfalls an.... und um einige Phobien ärmer. Zurück im Resort bin ich mit den beiden Franzosen erstmal eine gute Stunde nur auf der Terrasse gesessen, wir waren zu fertig für alles.
Mittlerweile habe ich eine neue Hütte, diesmal mit Fliesenboden und auch mit Affen auf der Terrasse. Heute stören sie mich aber nicht mehr.... sie klauen nur einfach alles, was draußen liegen bleibt oder auf der Leine hängt.
Jetzt muss ich wieder mal packen, morgen um 8 geht der Bus nach Krabi. Ich hoffe auf einen Tag am Strand! Und bis dahin... gute Nacht!
wow, na jetzt sag ich nix mehr außer ich will auch dort hin!
AntwortenLöschen...mit deinen spannenden Urlaubserlebnissen und den großartigen Bildern verschönerst und erfrischt du unseren Büroalltag, danke!
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